Fahrzeuge, die in extremem Gelände zur Höchstform auflaufen, sich seit Jahrzehnten technologisch konsequent weiterentwickeln und weltweit eine eingeschworene Fangemeinde hinter sich haben: Mercedes-Benz hat gleich zwei davon. Was die G-Klasse im Pkw-Bereich, ist bei den Nutzfahrzeugen der Unimog. Und während die G-Klasse in diesem Jahr 40 Jahre Jubiläum feiert, kann der Unimog auf mehr als 70 Jahre Tradition zurückblicken. Genug Gründe, um beide zu einem Gipfeltreffen zusammen zu bringen.

Es gibt Fahrzeuge, die Lust auf Abenteuer machen und den kindlichen Spieltrieb in jedem Erwachsenen wecken: Die Mercedes-Benz G-Klasse und der Mercedes-Benz Unimog gehören dazu. Als einzigartige Charaktere fahren beide seit vielen Jahrzehnten auf ihrem ganz eigenen Weg. Und dieser fängt oft dort an, wo für andere bereits Schluss ist – dank ihrer Geländegängigkeit. Ihre Durchsetzungskraft und Zuverlässigkeit haben beide unter anderem auf der Rallye Dakar bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Darüber hinaus teilen Unimog und G-Klasse höchste Robustheit und Langlebigkeit sowie die enorme Variantenvielfalt, mit der sie fast jeden Kundenwunsch erfüllen. Kein Wunder, dass sie auch in Hollywood eine glänzende Figur machen: In den Blockbustern „ Jurassic World“ von 2015 und „Transformers: The Last Knight“ aus dem Jahr 2017 standen die zwei Ikonen sogar gemeinsam vor der Kamera. Ihre Weltpremiere im Januar 2018 bestritt die aktuelle G-Klasse in Detroit mit Arnold Schwarzenegger auf der Bühne. Neben der G-Klasse hatte der Superstar einst auch einen Unimog in seiner Garage stehen.

Die Mercedes-Benz G-Klasse

Eine Klasse für sich

Die Mercedes-Benz G-Klasse war von Anfang an ein revolutionäres Konzept:
Die Kombination von überlegener Geländegängigkeit mit vollwertiger Straßentauglichkeit und Sicherheit gab es so zuvor nicht. Produziert wird die „dienstälteste“ Mercedes Pkw-Baureihe seit vier Jahrzehnten mit viel Handarbeit und Herzblut im österreichischen Graz. Der hohe Qualitätsanspruch zahlt sich aus: 80 Prozent aller jemals produzierten G-Klassen sind aktuell immer noch weltweit auf den Straßen und im Gelände unterwegs.

„Die G-Klasse ist sich über die Jahrzehnte hinweg immer treu geblieben: von der kantigen Silhouette bis zum charakteristischen Schließgeräusch“, so Peter Schoren, Leiter Produktmanagement und Vertrieb G-Klasse. „Gleichzeitig hat sie sich technologisch stetig weiterentwickelt. Das aktuelle Modell ist die beste
G-Klasse aller Zeiten in allen Aspekten – egal ob wir vom Komfort sprechen, von der Leistungsfähigkeit im Gelände oder von der Agilität auf der Straße.“

Durchsetzungsstark und wandlungsfähig

Dank ihres serienmäßigen Leiterrahmens, drei 100-Prozent-Differenzialsperren und der Geländeuntersetzung LOW RANGE kommt die G-Klasse nahezu überall durch. Ihre Steigfähigkeit beträgt bei entsprechendem Untergrund bis zu 100 %. In Schräglagen von 35 Grad bleibt die G-Klasse fahrstabil und mit einer Wattiefe von 70 cm sind auch kleinere Wasserläufe ohne Schwierigkeiten durchfahrbar.

Entsprechend ist die G-Klasse für unterschiedlichste Einsatzzwecke prädestiniert. In vielen Sonderversionen beweist sie zum Beispiel bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten ihre Stärken. Weltbekannt ist die Geländewagenikone auch als „Papa-Mobil“ . Im Farbton Perlmutt lackiert und mit gläsernem Sonderaufbau begleitete sie in den 1980er Jahren Papst Johannes Paul II. als Dienstfahrzeug.

Seit 20 Jahren gibt es die G-Klasse außerdem mit einer Extra-Portion Performance als AMG Modell. Mehr als jede dritte G-Klasse ist ein Mercedes-AMG G 63* (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 13,1 l/100 km; CO2– Emissionen kombiniert: 299 g/km), er ist damit die beliebteste Variante innerhalb der gesamten G-Klasse Familie.*

Dass ein Geländewagen auch allerhöchste Ansprüche erfüllen kann, bewies 2017 der auf 99 Fahrzeuge limitierte Mercedes-Maybach G 650 Landaulet – mit V12-Motor, Portalachsen, elektrischem Stoffverdeck und einer exklusiven Ausstattung im Fondabteil.

Heute bietet das Individualisierungsprogramm der G manufaktur die Möglichkeit, eine noch exklusivere G-Klasse zu gestalten, der Kunde macht aus einem G seinen G. Hiermit können ab September 2019 in der Produktion insgesamt über eine Million Kombinationsmöglichkeiten umgesetzt werden. Dies gilt nicht nur für neu zu bestellende G-Klassen, sondern auch für bereits laufende Bestellungen, sogar bis wenige Wochen vor der Produktion. Theoretisch könnten in Graz mehrere Jahrzehnte lang Fahrzeuge produziert werden, ohne dass es zwei identische gäbe.

Kunden aus aller Welt haben ab diesem Jahr die Gelegenheit, die enormen Fähigkeiten der G-Klasse auszutesten, ihr Fahrerkönnen in extremem Gelände weiter auszubauen und das Qualitätsmerkmal „ Schöckl proved“ zu erfahren. Auf dem ehemaligen Fliegerhorst Nittner in Feldkirchen, rund 15 Kilometer südlich von Graz, öffnet das G-Class Experience Center seine Pforten.

Der Mercedes-Benz Unimog

Ein Offroad-Urgestein

Während die G-Klasse auch als Lifestyle-Fahrzeug eine gute Figur macht, ist der Mercedes-Benz Unimog ein echter „Schaffer“, wie man im Schwäbischen sagt. Er ist als Waldbrandlöschfahrzeug in Frankreich im Einsatz, erklimmt als Touristen-Shuttle den Ätna auf Sizilien und unterstützt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger als Seerettungsfahrzeug. Seine Geländegängigkeit und Zuverlässigkeit machen ihn in Verbindung mit mehr als 650 Unimog Service-Stützpunkten in über 130 Ländern zu einem treuen Begleiter auf der ganzen Welt. Bei der jährlichen Leserwahl der Fachzeitschrift „Off Road“ wurde der Unimog bereits 15 Mal in Folge in der Kategorie „Sonderfahrzeuge“ zum Geländewagen des Jahres gewählt.

Dr. Ralf Forcher, Leiter Marketing, Vertrieb und Service Mercedes-Benz Special Trucks: „Unsere Mercedes-Benz Unimog-Fahrzeuge sind in gewisser Weise eine Klasse für sich, Spezialisten für die ganz besonderen Aufgaben, mit vielfältigsten Qualitäten für jeden nur denkbaren Einsatz. Dabei bringen anspruchsvollste Streckenabschnitte im Gelände die überragenden Fahreigenschaften unserer legendären Kurzhauber Unimog erst voll zur Geltung. Auch in puncto Effizienz, Lebenserwartung und Wartungskosten erreicht unser Alleskönner Bestwerte.“

Schwere Zeiten, ungewöhnliche Lösungen – die Stunde Null des Unimog

Der Daimler-Benz Ingenieur Albert Friedrich konstruierte den Unimog 1946 in Zusammenarbeit mit der Firma Erhard & Söhne aus Schwäbisch Gmünd, die eigentlich Aschenbecher für die Mercedes-Benz Limousinen lieferte. Gedacht war das neue Fahrzeug als „ motorgetriebenes Mehrzweckgerät“ für die Landwirtschaft. Im Vergleich zur damaligen Traktorentechnik hatte es zahlreiche Neuerungen an Bord. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h war es doppelt so schnell wie eine übliche Landmaschine. Hinzu kamen:

  • gefederte und gedämpfte Achsen
  • Allradantrieb und Differentialsperren vorn und hinten
  • Bremsen nicht nur an der Hinter- sondern auch an der Vorderachse
  • Ein zweisitziges Fahrerhaus mit geschlossenem Verdeck und gepolsterten Sitzen
  • Eine Hilfsladefläche über der Hinterachse mit 1,0 t Tragfähigkeit
  • Eine statische Gewichtsverteilung von 2/3 auf der Vorderachse und
    1/3 auf der Hinterachse
  • Geräteanbau-Möglichkeiten vorn, in der Mitte und hinten
  • Zapfwellenbetrieb vorn, in der Mitte und hinten
  • Nebenabtriebe für Geräte

Die Resonanz übertraf alle Erwartungen; 1949 fiel der Startschuss für die Serienproduktion bei der Maschinenfabrik Boehringer in Göppingen. Damals
bekam das Fahrzeug auch seinen Namen: Unimog, eine Abkürzung für Universal-Motorgerät.

Die Heimat des Unimog: Gaggenau in Baden

Die Nachfrage nach dem Universal-Genie überstieg bald die Produktionskapazitäten in Göppingen. Ab Juni 1951 wurde das Daimler-Benz Lkw-Werk im badischen Gaggenau zur neuen Heimat des Unimog. Ein passender Ort: den ersten Geländewagen „made in Gaggenau“ gab es bereits 1907.

Der erste Unimog U 25 kam mit gerade mal 25 PS aus: unter der Haube des 3,57 Meter langen Fahrzeugs arbeitete ein Vierzylinder-Motor mit 1,7 Litern Hubraum. 5.846 Einheiten wurden vom U 25 gebaut.

1955 kam mit dem Unimog S die erste große Neuentwicklung. Er ist bis heute der Bestseller unter den Unimog-Modellen. Als Antrieb diente ein 2,2-Liter-Benziner mit sechs Zylindern und 80 PS. Dieser Motor wurde auch in der damaligen Luxus-Limousine 220 S verbaut. Luxuriös war allerdings auch sein Benzinverbrauch, weswegen die spätere Baureihe 416 aus dem Jahr 1965 ausschließlich mit Dieselmotoren produziert wurde.

In der Wirtschaftswunder-Zeit wurden die Unimog-Modelle zum Verkaufsschlager. Insgesamt 45.336 Einheiten des U 416 wurden in seiner 24-jährigen Produktionszeit verkauft – die zweitbestverkaufte Unimog-Baureihe nach dem Unimog S. Eingesetzt wurde er entsprechend vielfältig: als Hilfskonvoifahrzeug, auf der Schiene in Zweiwegeausführung oder auch als Krankentransportwagen. Hinzu kamen Varianten als Sattelzugmaschine oder Umbauten zum Dreiachser und Kettenfahrzeug.

1984 lief bereits der 250.000ste Unimog vom Band, bis 2002 wurden 320.748 Einheiten in Gaggenau produziert und bis heute sind es über 350.000 Einheiten. Für ein hochspezialisiertes Fahrzeug wie den Unimog eine außergewöhnliche Zahl. Seit 2002 befindet sich die Unimog-Produktion im weltweit größten Lkw-Montagewerk in Wörth. In Gaggenau zeigt seit 2006 ein eigenes Museum die Faszination Unimog, die dort auch auf einer eigenen Teststrecke mit einer
100-Prozent-Steigung erfahrbar ist.

Keiner performt besser im Gelände: U 4023 und U 5023

Neben dem Unimog Geräteträger, der als orangenes Kommunalfahrzeug ein vertrauter Anblick ist, gibt es zwei hochgeländegängige Varianten des Unimog:
den U 4023 mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 10,3 t und den U 5023 mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 14,3 t. Die beiden letzten Ziffern stehen jeweils für die Leistung von 231 PS (170 kW), die ein 5,1-Liter-Vierzylindermotor erbringt. Auf den ersten Blick wenig im Vergleich zur G-Klasse. Bei Nutzfahrzeugen spielt allerdings das Drehmoment die entscheidende Rolle. Und hier liefert der Unimog beeindruckende 900 Nm, die über den gesamten Hauptfahrbereich von 1200/min bis 1600/min konstant zur Verfügung stehen.

Dieses Kraftpaket, der zuschaltbare Allradantrieb, zuschaltbare Längs- und Quersperren sowie acht Vorwärts- und sechs Rückwärtsgänge mit Geländeuntersetzung machen den Unimog zum „ Master off the road“. Er bewältigt Steigungen bis zu 45 Grad, also 100 %. Er kann sich bis zu 38 Grad schräg legen, das entspricht einer maximalen Schräglage von 76 %. Und er erreicht eine Watfähigkeit von bis zu 1,20 m.

Möglich werden solche Extremfahrten unter anderem dank serienmäßiger Portalachsen, die zu einer stattlichen Bodenfreiheit von 41 cm führen. Schraubenfedern mit ihren großen Federwegen erlauben eine Achsverschränkung von bis zu 30 Grad. Entsprechend kann ein Unimog mit dem linken Vorderrad auf einem Felsbrocken stehen und mit dem rechten Vorderrad in einer Vertiefung – und trotzdem mit allen vier Rädern Bodenkontakt halten. Ein weiteres Gelände-Highlight ist die Reifendruck-Regelanlage „Tirecontrol plus“: Je nach Untergrund wird per Tastendruck der passende Luftdruck gewählt („Straße“, „Sand“ oder „Schlechtweg“), der Unimog hat so immer den nötigen Grip.

Um die Welt im Unimog

Diese Ausnahmefähigkeiten machen den Unimog auch als Expeditionsfahrzeug interessant. Ein Beispiel ist der von der Firma Hellgeth engineering Spezialfahrzeugbau veredelte U 4023. Sein zulässiges Gesamtgewicht beträgt
nur 7,49 Tonnen.

Möglich wird dies durch konsequenten Leichtbau bei Kofferkonstruktion und Möbelbau und durch die Verwendung von leichtem Aluminium für Anbauteile
und Felgen. Das Leergewicht inklusive Fahrer und Kraftstoff beträgt so nur 6.925 Kilogramm. Damit ist ein Wunsch vieler Globetrotter in Erfüllung gegangen: Sie können einen modernen, hochgeländegängigen Unimog samt Wohnkoffer mit dem alten Führerschein „Klasse 3“ fahren.

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