Montag, März 8, 2021

Schöne Muskelspiele – Was bringt Tuning wirklich und was sollte man besser lassen?

Nicht nur Tuningfans wollen ihr Auto verändern, immer mehr kommen vom Serien Style weg und wollen ihr Auto zu einem Individuellen Unikat machen.  Das Auto wie es aus der Fabrik kommt ist sehr vielen einfach zu langweilig. Vor allem sportlicher und individuell sollte es sein und das nicht nur optisch, sondern am liebsten auch wirklich Ready for Race. Also ab damit in die Mucki-Bude. Spoiler dran, ordentliche Gummiwalzen und für mehr Leistung ein bisschen chippen. Hier mal eine Übersicht.

Chiptuning

Vom Einsteigermodell bis zur GTI-Version verpassen viele Hersteller ihren Autos denselben Motor. Nicht unterschiedlicher Hubraum bringt die Leistung, sondern Aufladung wie Turbo, Kompressor – oder eben elektronisches Motormanagement. Für ein paar hundert Euro macht ein Eingriff in der Steuer-Elektronik aus 200 PS in Sekundenschnelle 240. Die werkseitig stärkere Version würde womöglich 2000 Euro mehr kosten. Beim Werksmodell sind dafür aber auch teure und hoch belastete Komponenten wie der Turbolader für mehr Leistung ausgelegt. Weil Besitzer ihre günstig erworbenen Mehr-PS auch gerne ausgiebig nutzen, sind solche Motoren innerhalb von recht kurzer Zeit platt. Garantieansprüche an den Hersteller sind sowieso futsch.

Sportauspuff

Warum einen Sportauspuff einbauen? Wem es zu heikel ist, sein Auto mit einem Chiptuning aufzupeppen, kann lieber zu einen Sportauspuff greifen. Dieser bringt durch die bessere Abführung der Abgase auch ein bisschen mehr Leistung. Manche Hersteller versprechen einen Leistungszuwachs von bis zu zehn Prozent. Der ordentliche Sound macht auch schon viel mehr her. Einige wollen vor allem einen Tuning-Schalldämpfer wegen der sportlichen Optik und den klangvollen Sound.

Frontspoiler

Ein Frontspoiler bewirkt physikalisch das Gleiche wie ein Heckspoiler, nur von unten. Je höher das Tempo, desto mehr staut sich die Luft vor dem Frontspoiler, der nur einen schmalen Luftstrom durchlässt. Weil sich hinter dem Spoiler die Luft wieder ausdehnen kann, entsteht ein Unterdruck, der das Fahrzeug an den Boden saugt. Rennwagen haben deshalb einen glatten Unterboden. Diffusoren, die den Strömungsverlauf optimieren, verstärken den sogenannten Boden-Effekt zusätzlich. Acht Zentimeter Bodenfreiheit sollten bleiben. Und die Scheinwerfer müssen mindestens 50 Zentimeter über dem Asphalt lauern, sonst gibt es bei der Kontrolle Ärger mit der Polizei.

Heckspoiler

Ein Heckspoiler macht ein Auto nicht schneller, sondern langsamer. Jedenfalls in der möglichen Endgeschwindigkeit. Aber darauf kommt es nicht an. Einfache Physik: Je schneller ein Auto fährt, desto mehr Auftrieb entwickeltes. Ein Heckspoiler beeinflusst die Luftströmung um das Auto und erzeugt einen Abtrieb. Das Auto wird förmlich an die Straße gepresst und kommt schneller um das Eck. Deshalb haben auch Hochleistungs-Sportwagen für die Straße meistens Heckspoiler. Den erhofften Anpressdruck erzeugt der aber nur an der richtigen Stelle und wenn er genau an das Fahrzeug angepasst ist. Hersteller wie Porsche oder Ferrari finden das mit teuren Tests im Windkanal heraus. So viel Forschung steckt in keinem Spoiler aus dem Zubehörhandel. In der Praxis sind Heckspoiler daher oft Chic.

Breitreifen

Breite Reifen stehen bei vielen an oberster Stelle der To-do Liste. Mit wenig Aufwand sieht das Auto gleich mal nach 100 PS mehr aus. Vorausgesetzt ist, für das Fahrzeug ist überhaupt ein breiteres Format zulässig. Oft sind dafür Umbauten wie eine Kotflügelverbreiterung notwendig. Eine bessere Straßenlage bringen die Reifen nicht wegen ihrer Breite. Kritisch werden die Supersize-Formate auf nasser Straße. Und so schön sie auch sind: Wenn Breitreifen nicht als Serienbereifung vorgesehen sind, ist meistens auch die Lenkung nicht dafür ausgelegt. Die im Gegensatz zu schmaleren Reifen wesentlich höheren Lenkkräfte ruinieren auf lange Zeit das Lenkgetriebe. Je mehr ein Fahrzeug im Stadtbetrieb unterwegs ist, desto schneller wird es Probleme geben.

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