Freitag, Juni 18, 2021

JP ZERO – VIELVERSPRECHENDE RUNDENZEITEN – FÜR DIE KOMMENDE GT2-SERIE

Vor gut fünf Monaten präsentierte das Team von JUBU Performance ihren JP ZERO, einen auf der Lotus Exige basierenden GT2-Rennwagen. Damit sorgten die Oberösterreicher in der Motorsportwelt durchaus für Aufsehen: einerseits, weil das Unternehmen außerhalb der Lotus-Tuningszene zuvor kaum bekannt war und andererseits, weil die Österreicher vollmundig versprachen den Platzhirschen der Branche – Porsche, Audi, Lamborghini und KTM – in der kommenden GT2-Serie gehörig einzuheizen.

Skeptiker hegten angesichts dieser selbstbewussten Ansage doch einige Zweifel. Wie die Rundenzeiten nun aber zeigen, kann das Team von JUBU Performance sein Versprechen wohl einhalten.

ZEROtrack Biturbo 2

Vielversprechende Rundenzeiten für die kommende GT2-Serie

In den vergangenen Monaten wurde viel getestet, Marko Klein – seines Zeichens Chef-Testfahrer bei JUBU – jagte den JP ZERO um diverse Rennstrecken in ganz Europa. Dabei konnte er beachtliche Zeiten in den Asphalt brennen. Am Circuit Paul Ricard in Le Castellet schaffte er beispielsweise 2:06,44, auf dem österreichischen Red Bull Ring sogar 1:29,51. Vergleicht man diese Zeit mit der Pace der heurigen ADAC GT Masters auf diesem Track, dann wäre Marko Klein mit dem JP ZERO im Mittelfeld gelandet.

Wohl gemerkt: mit einem GT2-Auto in einer der wichtigsten GT3-Meisterschaften Mitteleuropas. Die Entwicklung des JP ZERO schreitet in der Tat recht rasch voran. Von Juni bis Oktober diesen Jahres verbesserten die JUBU-Ingenieure die Zeiten des JP ZERO am Red Bull Ring um über zwei Sekunden (Juni 2020: 1:31,62, Oktober 2020: 1:29,51). Dieser rasche Fortschritt kommt nicht von ungefähr: in den letzten fünf Monaten spulten die Österreicher mit ihren zwei Prototypen auf der Rennstrecke fast 15.000km ab. Auf Basis der dabei gesammelten Daten verspricht sich Martin Jung, Geschäftsführer von JUBU Performance, eine weitere Verbesserung von etwa einer Sekunde bis zum Frühling.

ZEROtrack Biturbo 4

Ein kompaktes Team, modernste Entwicklungsmethoden – der Schlüssel zum Erfolg?

Die Größe des Teams rund um den JP ZERO ist ist durchaus beeindruckend – nämlich durch seine Kompaktheit. Insgesamt kümmern sich nur ca. 25 Personen um Design, Engineering, Herstellung und Vermarktung des Autos. Martin Jung dazu: „So ein Projekt mit einer derart kleinen Mannschaft zu stemmen ist nur möglich, weil wir glücklicherweise hervorragende Ingenieure und Entwickler für unser Team gewinnen konnten. Außerdem profitieren wir von kurzen Entscheidungswegen und setzen auf modernste Methoden in der Entwicklung. Damit haben wir es geschafft, unseren Kunden ein ultra-exklusives Auto zu bieten, das außerdem die großen Player wie Porsche, Lamborghini, Audi und KTM gehörig herausfordern kann.“

Setup-Feinschliff im Winter

Auf Basis der Testdaten aus dem Sommer verpasst das Entwicklerteam während des Winters dem Wagen nun den Feinschliff in Sachen Setup. Chef-Testfahrer Marko Klein verspricht für den ZEROtrack (der Trackday-Version) natürlich ein schnelles, aber auch recht gutmütiges Setup. Ziel dahinter ist es, ein Arrive-and-Drive-Tracktool für Gentleman-Driver auf die Räder zu stellen, das auch ohne Mechaniker-Mannschaft gefahren werden kann. Dabei hilft natürlich auch das von JUBU verbaute Doppelkupplungs-Getriebe. Im Einsatz auf der Strecke verspricht es extrem schnelle Schaltvorgänge ohne Vortriebs-Verluste – kaum unterscheidbar zur einem sequentiellen Getriebe. Gleichzeitig kann mit dem DCT-Getriebe auf Knopfdruck aber auch im sportlichen Automatik-Modus gefahren werden. Es bietet auch einen großen Vorteil im Bezug auf die laufenden Betriebskosten – JUBU verspricht 100 Stunden auf der Strecke ohne große Revision. Weit weg von jeglicher Gutmütigkeit ist hingegen der ZEROrace – das Setup des GT2-Renners ist viel aggressiver und ganz klar auf den Renneinsatz getrimmt. Erfahrene Fahrer mit kundiger Hand können damit aber selbst GT3-Fahrzeugen Paroli bieten.

ZEROtrack Biturbo 12

Produktion angelaufen

Trotz der Corona-Einschränkungen konnte das Team von JUBU den Entwicklungs-Zeitplan bisher einhalten. Die ersten der 60 geplanten Autos sind bereits in Produktion und werden im Mai 2021 ausgeliefert. Für Petrol-Heads die keinen ZERO kaufen wollen, bietet der Hersteller ab dem kommenden Jahr auch Miet-Cockpits in einem der Werksfahrzeuge für einzelne Events oder eine ganze Rennsaison an.

60 Fahrzeuge geplant

Der JP ZERO ist ein Rennwagen der alten Schule, sehr pur, sehr analog. Ganz ohne High-Tech kommt der bis zu 740PS starke und 960kg leichte Vollkarbon-Renner aber nicht aus. Das moderne Doppelkupplungs-Getriebe beispielsweise bietet laut JUBU einfach zu viele Vorteile für Fahrer, Pace und Haltbarkeit als das darauf verzichtet werden sollte.

Für Hobby-Rennfahrer mit entsprechendem Kleingeld könnte der JP ZERO durchaus eine Option darstellen. Erhältlich ab 249.000 Euro ist er zwar nicht gerade billig, verglichen mit den direkten Konkurrenzfahrzeugen von Ferrari, Porsche oder Lamborghini handelt es sich beim JP ZERO durchaus um ein Schnäppchen – und absolute Exklusivität gibts noch obendrauf.

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