Das Auto ist rundum mit Vollkasko versichert, doch Sie selbst verlassen sich ganz auf die gesetzliche Krankenkasse und Rentenversicherung? Dies kann sich im Ernstfall bitter rächen, denn Berufsunfähigkeit kann jeden treffen.

Bei Berufsunfähigkeit droht schnell der Verlust des Lebensstandards

Ein Autounfall, eine schwere Verletzung und schon kann der eigene Beruf nicht mehr ausgeübt werden: Dieses Schicksal trifft jedes Jahr mehr Menschen, als Sie vermutlich ahnen: In der Bevölkerungsgruppe der 36- bis 45-Jährigen sind beispielsweise schon 20 % der Arbeitnehmer als berufsunfähig gemeldet, bei den über 50-Jährigen steigt die Zahl sogar auf 26 %. Am häufigsten führen Erkrankungen des Nervensystems und des Bewegungsapparates zur Berufsunfähigkeit, doch immerhin jeder Zehnte wurde von einem Unfall aus dem Berufsleben geworfen. Dennoch besitzen nur 57 % der Arbeitnehmer in Deutschland eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Was bietet die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wer vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheidet, erhält von der Deutschen Rentenversicherung eine monatliche Erwerbsminderungsrente, die sich aus den bisher eingezahlten Rentenbeiträgen errechnet. Da sie weit unter dem Einkommen durch die berufliche Tätigkeit liegt, sollte eigentlich jeder Arbeitnehmer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, um die entstehende Verdienstlücke zu decken. Als Faustregel gilt dabei, dass etwa 60 % des Bruttoeinkommens abgesichert sein sollten. Die Höhe der Beiträge hängt von zahlreichen Faktoren ab: Neben der versicherten Summe spielt das Alter des Versicherungsnehmers eine Rolle, eventuelle Vorerkrankungen und der Beruf. Ein Akademiker, der fast ausschließlich am Schreibtisch arbeitet, zahlt wesentlich weniger als ein Handwerker, der den ganzen Tag körperlich aktiv ist und dabei durchaus Risiken eingehen muss. Nicht umsonst sind Gerüstbauer die Gruppe, die am häufigsten berufsunfähig wird.

Wie funktioniert die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Genau wie bei der Kfz-Versicherung lohnt es sich auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung die Angebote verschiedener Versicherer zu vergleichen. Dabei helfen entsprechende Vergleichsportale und die regelmäßigen Untersuchungen der Stiftung Warentest. Anschließend wird eine Anfrage zur Wunschversicherung gestellt. Nun kommt der wichtigste Punkt: die Gesundheitsprüfung. Hier darf auf keinen Fall über Vorerkrankungen gelogen werden, um einen Risikozuschlag zu sparen. Sollte es später zur Berufsunfähigkeit aufgrund eines vorhandenen, aber verschwiegenen Leidens (z. B. Rückenprobleme) kommen, ist die Versicherung berechtigt, die Auszahlung der Erwerbsminderungsrente zu verweigern. Nach erfolgter Gesundheitsprüfung wird die Versicherung ein Angebot machen. Hier werden dann letzte Details wie die Höhe der monatlichen Versicherungssumme und die Laufzeit der Versicherung (idealerweise bis zum Rentenbeginn) geklärt. Wichtig: Je kürzer der Prognosezeitraum (d. h. die Dauer der Berufsunfähigkeit), umso eher zahlt die Versicherung.

Bild: ©istock.com/deepblue4you

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