Jede Veränderung am Fahrzeug im Rahmen einer Tuning-Maßnahme wird von der Kfz-Versicherung als Wertsteigerung angesehen. Das wiederum wirkt sich auf die Versicherungsbeiträge aus. Diese steigen.Ein möglichst schickes Auto und möglichst geringe Versicherungsbeiträge. So lautet der fromme Wunsch der meisten Autofahrer, doch in der Praxis sieht das oft ganz anders aus. Autoversicherungen kosten schnell – je nach Auto, Ort und Leistungsspektrum – einige Hundert Euro pro Jahr. Da kommt schnell ein hübsches Sümmchen zusammen. Wie groß der Einfluss des Autodesigns und der Typklasse dabei ist, soll Thema dieses Beitrags sein.Die Typklasse schert alle über einen Kamm Wer zum Jahresende die unangenehme Nachricht bekommt, dass das Fahrzeug mit Blick auf die Typklasse künftig anders eingestuft wird, der kann mit einem höheren Versicherungsbeitrag rechnen. Allerdings kann es auch sein, dass sich die Typklasse beitragssenkend auswirkt. Der Grund für diese Optionen liegt darin, dass die Typklasse so berechnet wird, als hätten alle Fahrer desselben Fahrzeugs dasselbe Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden – auch wenn in der Praxis ein großer Unterschied zwischen dem Fahrverhalten beispielsweise von verantwortungsbewussten Familienvätern und jungen Fahranfängern mit Lust auf hohes Tempo besteht. Ungeachtet dessen schert die Typklasse alle Fahrer desselben Fahrzeugtyps über einen Kamm, denn sie geht so vor: Wenn es in einem Jahr zu vergleichsweise mehr Unfällen mit diesem speziellen Fahrzeug gekommen ist, dann steigen folglich die Versicherungsbeiträge für alle Fahrer eines solchen Fahrzeugs. Kurz gesagt: Die Typklasse ändert sich.Ein Beispiel aus dem Jahr 2016 zeigt die Gewinner und Verlierer der Typklassen-Bewertung bei der Haftplichtversicherung: „Nur 14 Prozent werden im neuen Jahr niedriger eingestuft, für 16 Prozent geht es nach oben. Mercedes-C180-Fahrer sind offenbar häufiger in Unfälle verwickelt und müssen das mit einer drei Punkte nach oben korrigierten Typklasse bezahlen. Während Fahrer des VW Golf VII Variant 2.0 TDI allem Anschein nach im Durchschnitt defensiver unterwegs sind und dafür mit einer um zwei Punkte nach unten korrigierten Haftpflichttypklasse belohnt werden.“ Der Rover Sport 3.0 TD scheint bei Autodieben besonders beliebt zu sein und rutscht in der Teilkaskoversicherung gleich fünf Stufen nach oben. Die Fahrer dieses Fahrzeugs müssen künftig höhere Versicherungsbeiträge bezahlen. Auch die Fahrer des Mazda 3 FLH 2.0 werden seit 2016 mit deutlich höheren Versicherungsbeiträgen belegt. Der Suzuki Alto 1.0 sinkt hingegen in der Bewertung und in den Versicherungsbeiträgen ebenso wie der Nissan Qashqai 1,6 DCI.So schlagen Tuningmaßnahmen zu Buche

Grundsätzlich gilt: Jede Tuningmaßnahme muss der Autoversicherung gemeldet werden. Handelt es sich dabei um eine hochpreisige Veränderung, kann das zur Erhöhung des Versicherungsbeitrags führen, nur so ist die Tuningmaßnahme auch mit einem Versicherungsschutz belegt. Anders als die pauschale Typklasse, bei der alle Fahrer einer Fahrzeugart in einem Boot sitzen, muss der Besitzer eines getunten Fahrzeugs nur für das bezahlen, was er selbst am Fahrzeug verändert hat.
Versicherungsunternehmen gehen im Übrigen davon aus, dass Tuning-Maßnahmen, die die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs erhöhen, auch ein höheres Unfallrisiko bergen. Das Resultat ist eine höher dotierte Versicherungspolice. Doch auch alle weiteren Tuning-Maßnahmen werden bei der Kfz-Versicherung finanziell zu Buche schlagen, denn: Tuning-Maßnahmen sind auch Maßnahmen der Wertsteigerung. Da der Wert des Fahrzeugs im Rahmen der Kasko-Versicherung abgedeckt ist, kann das Tuning folglich gleich doppelt teuer werden.
Abbildung 1: pixabay.com © gessingerbildwerk (CC0 Public Domain)
Abbildung 2: pixabay.com © gm_design (CC0 Public Domain)
