Kuba ist das Paradies für Oldtimer-Fans. Nirgendwo sonst auf der Welt fahren so viele alten Schlitten aus längst vergangenen Zeiten auf den Straßen herum. Der Grund für dieses Phänomen liegt in der sozialistischen Revolution von Fidel Castro, Che Guevara und ihren Getreuen im Jahr 1959. Kuba, bis dato eng verwoben mit den USA, wurde Teil der sozialistischen Staatengemeinschaft des Warschauer Paktes. Als auf Kuba das Kapital enteignet wurde, fielen darunter die US-Unternehmen. Die US-Amerikaner und viele Kubaner verließen das Land, während die USA ein Handelsembargo gegen Kuba verhängten.

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Ein Abbild aus vorrevolutionären Zeiten

Die Folge dieser Entwicklungen ist, dass auf Kuba seitdem die Zeit stehengeblieben ist. Schlimmer noch: Die Kulissen aus dem Jahre 1959 zerfallen zusehends. Viele Häuser auf Kuba wirken mittlerweile wie Ruinen und die Straßenzüge sind marode. Unter dieser Situation erfüllen die amerikanischen Straßenkreuzer mit dem Baujahr vor 1959 auf dem Inselstaat eine wichtige Funktion: Sie sorgen dafür, dass viele Menschen ihre Mobilität bewahren und zur Arbeit gelangen können. Selbst wer kein eigenes Auto hat, hat zumindest die Option, in eines der zahlreichen Oldtimer-Taxis zu steigen, wenn er nicht den unzuverlässigen Busverkehr aus zusammengestoppelten Bussen, im Volksmund Camelos genannt, nutzen möchte.

Amerikanische Straßenkreuzer

Die Straßenschlitten, die noch immer das Stadtbild dominieren, lassen Liebhabern von Oldtimern mit der Zunge schnalzen. Sie machen eine Reise in das Oldtimer-Paradies Kuba geradezu zu einer Pilgerfahrt. Es sind ehrwürdige Marken, die auf Kubas Straßen unterwegs sind. Es sind alte Modelle von Autohäusern wie Cadillac, Plymouth, Pontiac, Chevy, Buick, Chevrolet, Chrysler, Ford, Oldsmobile und Dodge. Diese Oldtimer sind naturgemäß nicht voll und ganz authentisch, was auch kein Wunder ist, denn eigentlich ist die Lebenszeit von Autos begrenzt. Auf Kuba ticken die Uhren aber anders, und so gelten die Kubaner als die besten KFZ-Mechaniker der Welt, die ein großer Erfindungsgeist und eine hohe Innovationskraft auszeichnet, um mit immer neuen Ersatzteilen und anderen Verrenkungen ihre Oldtimer am Leben zu halten.

Ein buntes Gemisch auf Kubas Straßen

Aber auch Fans von Youngtimern kommen in Kuba auf ihre Kosten. Das Straßenbild auf der roten Insel wird durch diverse Autos aus den RGW-Staaten bis zur Wende 1990 aufgelockert. Nach der Wende sickerten Neuwagen aus anderen Ländern zumindest sporadisch auf Kuba ein. Aufgrund des Handelsembargos der USA sind es zumeist chinesische Autos, die eingeführt werden, die aber mit Rücksicht auf die miserable Kaufkraft der Bevölkerung beileibe nicht die besten Autos sind.

Trotzdem helfen diese relativ neuen Wagen dabei, für neue Ersatzteile für die Oldtimer zu sorgen, die immer mehr ein seltsames Gemisch aus Auto-Ersatzteilen aus unterschiedlichen Epochen abgeben. Dass kaum ein solches Auto in Deutschland eine Straßenverkehrszulassung hätte, ist geschenkt. Der kubanische Staat kann es sich nicht erlauben, gegen die Oldtimer vorzugehen, weil er damit seine eigenen Lebensadern lahmlegen würde. Ohne Autos kämen viele Menschen nicht oder nur unter gewaltigen Anstrengungen zur Arbeit.

Blick in die Zukunft

Die Oldtimer werden Kuba wahrscheinlich noch sehr lange erhalten bleiben. Denn abgesehen davon, dass sie, unter welchen Umständen auch immer, noch fahrtüchtig sind, ist den Kubanern natürlich nicht verborgen geblieben, mit welchem Interesse Touristen auf Kubas Oldtimer blicken. Kubas alte Straßenkreuzer sind damit eine wichtige Touristenaktion. Zudem haben die vorsichtigen Reformen in den letzten Jahren den Kubanern eine Reihe an wirtschaftlichen Freiheiten beschert, welche unter anderem die Selbstständigkeit ermöglichten.

 

Zwar gibt es für Kubas Selbstständige zahlreiche Reglementierungen, doch ist diese neue Möglichkeit trotzdem beliebt, da die Aussicht ein Arbeitsplatz in einem staatlichen Unternehmen bei einem Monatslohn von 20 Dollar wäre. So bringen die zahlreichen Touristen auf Kuba dem kubanischen Staat wichtige Devisen und bescheren auch den selbstständigen Taxifahrern unverhoffte Einnahmen. Sie wissen, dass viele Touristen liebend gern in ein Oldtimer-Taxi einsteigen und sich dieses Vergnügen etwas kosten lassen. 

Bildquelle: https://cdn.pixabay.com/photo/2016/12/02/15/33/classic-car-1877969_960_720.jpg

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